Garath ist ein typisches Stadtviertel seiner Zeit und hat, wie viele Stadtviertel in ganz Deutschland mit verschiedensten Herausforderungen zu kämpfen. Dennoch finde ich es falsch, immer von einem Problemviertel zu sprechen. Denn trotz aller städtebaulicher Sünden der Vergangenheit, trotz struktureller Schwierigkeiten und trotz einer nicht ganz einfachen sozialen Struktur Garaths, sehe ich ein Stadtviertel mit einer aktiven und engagierten Bürgerschaft, mit Vereinen und Einrichtungen, die seit langem viel für ihren Stadtteil und die Menschen vor Ort leisten.

Hierauf müssen wir aufbauen, denn die Menschen in Garath wissen am Besten, was ihnen fehlt, was die Lebensqualität und das direkte Umfeld verbessern würde. Ein über 200 Seiten starkes, doch wenig konkretes Konzept mit einem hippen, doch inzwischen schon etwas abgegriffenen Namen, hilft hier nicht weiter.

Das vorliegende Konzept soll laut Pressemeldungen rund 300.000 Euro gekostet haben. Das ist viel Geld. Geld, dass man auch direkt in den Stadtteil hätte stecken können. Seit Beginn des Jahres diskutieren wir über die Zukunft von Gut Niederheid, einer wichtigen und funktionierenden Einrichtung im Süden Düsseldorf. Mit 300.000 Euro hätte man hier viel bewegen können.

Stattdessen fallen nun Begriffe wie City-Management. Von Fördermitteln, die beim Bund beantragt werden sollen, ist ebenfalls die Rede. Das hört sich gut an, das hört sich an, als würde es voran gehen. Doch ein City-Management ist ebenso wenig umsonst zu erhalten, wie man Fördermittel ohne konkrete Projekte erhält.

Ende August wurde in einer Sondersitzung der Bezirksvertretung 10 das über 200 Seiten starke Konzept „Garath 2.0 — Den Wandel gestalten" vorgestellt und schon Mitte September finden wir es auf der Tagesordnung des Stadtrats.

Dabei scheint das Konzept die Kommunalpolitiker und Bürgerinnen und Bürger vor Ort nicht zu überzeugen. Mir stellt sich die Frage, was hier innerhalb kürzester Zeit durch die politischen Gremien der Stadt „gejagt“ wird, mit welchem Ziel und mit welchem Nutzen für die Menschen in Garath.